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MS und Fatigue: Den Tag so einteilen, dass Kraft übrig bleibt

Der Tag beginnt schon leer. Nicht müde nach einer kurzen Nacht, sondern leer wie nach einem Marsch, den niemand gesehen hat. Dieser Text erklärt, was Fatigue bei Multipler Sklerose ist und wie sich ein Tag einteilen lässt, damit am Abend noch etwas übrig bleibt.

Fatigue bei Multipler Sklerose ist ein anhaltender Mangel an körperlicher und geistiger Energie, der sich durch Schlaf und Ausruhen nicht beheben lässt, häufig schon beim Aufwachen da ist, bei Wärme und nach Anstrengung zunimmt und den Alltag stärker einschränkt, als von aussen sichtbar ist.

Auch genannt: MS-Fatigue, Fatigue-Syndrom, krankhafte Erschöpfung, abnorme Ermüdbarkeit, Erschöpfungssyndrom bei MS

Veröffentlicht am Aktualisiert am Therawil, Praxis für Ergotherapie in Thalwil

MS und Fatigue: Ein niedriger Wohnzimmertisch am Nachmittag mit einer Tasse Tee und einem aufgeschlagenen Notizbuch, daneben eine ruhende Hand (Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz erzeugt)
Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fatigue ist ein anhaltender Mangel an Energie, der durch Schlaf und Ruhe nicht verschwindet, und sie betrifft im Verlauf der Erkrankung 75 bis 90 Prozent der Menschen mit MS.
  • Sie lässt sich nicht wegtrainieren. Belegt ist, dass sich der Umgang mit ihr verbessern lässt, und darauf zielt die Ergotherapie.
  • Eine Energiemanagement-Schulung läuft in der Regel über sechs Wochen; Teilnehmende erleben sich danach im Alltag kompetenter, während die Fatigue selbst unverändert bleibt.
  • Vier Grundsätze tragen den Tag: Prioritäten setzen, Tempo drosseln, planen und Tätigkeiten vereinfachen.
  • Wärme verschlechtert Symptome vorübergehend, weil geschädigte Nervenfasern bei höherer Temperatur schlechter leiten. Bei Abkühlung kommen die Nervenfasern eher wieder in ein Gleichgewicht.
  • Regelmässige Bewegung senkt die Fatigue in Studien messbar; die Vertrauenswürdigkeit dieser Belege reicht von sehr niedrig bis moderat.

Zahlen und Fristen auf einen Blick

Zahlen und Fristen auf einen Blick
FrageKurzantwort
Häufigkeit75 bis 90 Prozent im Verlauf der Erkrankung
Unterschied zur Müdigkeitgeht durch Schlaf und Ausruhen nicht weg
Lässt sie sich wegtrainieren?nein; belegt ist der bessere Umgang damit
Energiemanagement-Schulungin der Regel sechs Wochen, meist in der Gruppe
Ergebnis der Schulungmehr Handlungssicherheit bei unveränderter Fatigue
Vier GrundsätzePrioritäten, Tempo, Planen, Vereinfachen
WärmeUhthoff-Phänomen, rückläufig nach dem Abkühlen
Bewegung, Umfang in Studienrund 150 Minuten pro Woche, über mindestens vier Wochen
Erwerbstätigkeit in der Schweizdie Mehrheit der Betroffenen im erwerbsfähigen Alter
KostenträgerDie zuständige Versicherung auf ärztliche Verordnung

Was ist Fatigue bei MS und wie unterscheidet sie sich von Müdigkeit?

Fatigue ist ein anhaltender Mangel an körperlicher und geistiger Energie. Sie folgt keiner Anstrengung, sie ist oft schon beim Aufwachen da, und durch Schlaf oder Ausruhen verschwindet sie nicht. Normale Müdigkeit lässt nach einer Nacht nach. Fatigue bleibt und begrenzt, wie viel ein Tag überhaupt trägt.

Zum Verständnis der Fatigue gehört ein kurzer Blick auf die Erkrankung selbst. Bei der Multiplen Sklerose greift das eigene Immunsystem die Myelinscheide an, die Isolierschicht um die Nervenfasern im Gehirn und im Rückenmark. An den entzündeten Stellen entstehen Herde, in denen die Reizweiterleitung verlangsamt oder unterbrochen wird; später kann auch die Nervenfaser selbst Schaden nehmen. Weil solche Herde überall im Zentralnervensystem liegen können, sind die Beschwerden von Mensch zu Mensch so unterschiedlich: Sehstörungen, Missempfindungen, Gangunsicherheit, Blasenstörungen oder eben Fatigue. Die Diagnose stellt die Neurologie anhand von Verlauf, Untersuchung, Kernspintomographie und Nervenwasser.

Fatigue gehört zu den häufigsten Symptomen der Multiplen Sklerose. Im Verlauf der Erkrankung sind 75 bis 90 Prozent der Betroffenen davon berührt, unabhängig davon, wie stark die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Auch wer gut geht und arbeitet, kann sie haben. Erklärt wird sie unter anderem damit, dass die verlangsamte Leitung mehr Steuerungsaufwand verlangt: Das Gehirn muss für dieselbe Leistung mehr Aufwand betreiben, und dieser Mehraufwand kostet Energie.

Woran Sie den Unterschied merken

  • Müdigkeit kommt nach dem Tag, Fatigue steht schon am Morgen im Zimmer.
  • Müdigkeit weicht nach Schlaf, Fatigue bleibt nach acht Stunden gleich.
  • Müdigkeit betrifft den Körper, Fatigue trifft auch das Denken: Lesen und Zuhören ermüden wie Treppensteigen.
  • Müdigkeit ist gleichmässig, Fatigue kippt plötzlich, oft mitten in einer Tätigkeit.

Fachlich wird zwischen primärer und sekundärer Fatigue unterschieden. Primär heisst: Die Erschöpfung gehört zur Erkrankung selbst. Sekundär heisst: Etwas anderes zieht zusätzlich Energie ab, etwa gestörter Schlaf, Schmerz, gedrückte Stimmung, nächtlicher Harndrang oder ein niedriger Eisen- oder Vitaminwert. Der sekundäre Anteil ist behandelbar, und darum lohnt die Abklärung bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor man sich mit der Erschöpfung einrichtet.

Warum versteht das Umfeld diese Erschöpfung so schlecht?

Weil man Fatigue nicht sieht. Es gibt keinen Verband und keinen Laborwert, der sie belegt. Wer eine Stunde lang gut aussieht, gilt als gesund, und was danach kommt, sehen die anderen nicht. Dazu passt das Bild der Müdigkeit, das jeder zu kennen glaubt und das mit Fatigue wenig zu tun hat.

Das Wort selbst steht im Weg. Wer sagt, er sei müde, bekommt Ratschläge: Früher ins Bett, weniger Kaffee. Beides hilft bei Müdigkeit und ändert an Fatigue nichts, und viele Betroffene hören mit der Zeit auf, davon zu erzählen.

Dazu kommt die Verzögerung. Der Preis für einen vollen Tag wird selten am selben Abend bezahlt, sondern am nächsten oder übernächsten. Wer am Samstag an einem Fest war und am Montag absagen muss, wird von aussen leicht falsch verstanden, obwohl die Absage die verspätete Folge des Samstags ist. Es hilft, das im Umfeld einmal in Ruhe zu erklären: Nicht als Ausrede, sondern als bekannte Eigenschaft der Fatigue.

Sätze, die sich in der Praxis bewährt haben

  • Ich habe nicht zu wenig geschlafen. Mein Akku ist kleiner geworden, und er lädt langsamer.
  • Ich kann heute eines von drei Dingen. Sag mir, welches dir am meisten bedeutet.
  • Wenn ich jetzt eine halbe Stunde hinlege, bin ich am Abend noch da. Sonst nicht.

Ein Energieprotokoll macht das Unsichtbare zum Papier: Eine Woche lang stündlich notieren, was Sie getan haben und wie viel Kraft danach da war. Das Blatt zeigt Muster, die im Kopf untergehen, und es überzeugt Angehörige und Vorgesetzte besser als jede Erklärung.

Was heisst Energiemanagement und was ist dazu wirklich belegt?

Energiemanagement heisst, die vorhandene Kraft bewusst einzuteilen, statt sie am Vormittag auszugeben. In der Ergotherapie gibt es dafür strukturierte Schulungen, in der Regel über sechs Wochen in der Gruppe. Studien dazu zeigen ein klares und begrenztes Ergebnis: Der Alltag gelingt sicherer, die Fatigue selbst bleibt unverändert.

Beide Hälften dieses Ergebnisses gehören zusammen. Fatigue lässt sich nicht wegtrainieren. Was belegt ist, betrifft den Umgang mit ihr: Teilnehmende erleben sich nach einer Schulung kompetenter in ihrem eigenen Alltag, fühlen sich weniger eingeschränkt und trauen sich eher zu, die Folgen der Erschöpfung zu beeinflussen. Die Schwere der Fatigue misst sich deswegen nicht kleiner.

Das ist mehr, als es zunächst klingt. Ob jemand mit gleich viel Kraft den Einkauf und das Abendessen schafft oder nach dem Einkauf liegt, entscheidet über den Tag. Die deutschsprachige Leitlinie zur Multiplen Sklerose führt Ergotherapie als Baustein der nicht medikamentösen Behandlung und nennt Schulungen zum Energiemanagement ausdrücklich.

Was in einer solchen Schulung durchgearbeitet wird

  • Wie Fatigue entsteht und wie das Bild vom Energiekonto den Tag ordnet.
  • Pausen: Wann, wie lange, und wie eine Pause aussieht, die tatsächlich erholt.
  • Ein ausgeglichener Tag und die Frage, was Vorrang hat.
  • Körperhaltung und Umgebung, also Sitzhöhen, Wege und Arbeitsflächen.
  • Tätigkeiten vereinfachen und weglassen.
  • Sagen, was man braucht, gegenüber Familie, Umfeld und Arbeitgeber.
  • Eigene Ziele setzen und nach ein paar Wochen überprüfen.

Zwischen den Sitzungen wird zu Hause geübt. Was in der Praxis in Thalwil daraus wird, richtet sich nach Ihrem Tag, nicht nach einem Programmheft. Mehr dazu im Bereich Neurologie.

Wie teilt man einen Tag ein, damit am Abend Kraft übrig bleibt?

Vier Grundsätze tragen die Einteilung: Prioritäten setzen, Tempo drosseln, planen und vereinfachen. Sie klingen selbstverständlich und sind es im Alltag nicht, weil sie verlangen, Dinge bewusst wegzulassen. Wirksam werden sie erst, wenn sie an konkreten Handlungen durchgespielt werden, nicht als Vorsatz.

  • Prioritäten setzen: Am Vorabend drei Dinge aufschreiben, die morgen zählen. Alles Weitere ist Zugabe. Nicht alles, was zu tun wäre, muss am selben Tag getan werden, und manches muss gar nicht getan werden.
  • Tempo drosseln: Pausen einplanen, bevor die Erschöpfung kommt, nicht danach. Eine geplante Viertelstunde im Liegen kostet weniger als zwei ungeplante Stunden. Die Pause zählt nur, wenn sie erholt: Für die einen still liegen, für die anderen zehn Minuten an die Luft.
  • Planen: Anstrengendes in die Stunden legen, in denen Sie erfahrungsgemäss Kraft haben, meist am Vormittag. Zwei schwere Aufgaben nicht an denselben Tag. Nach einem grossen Termin einen leeren Tag freihalten.
  • Vereinfachen: Jeden Handgriff prüfen, ob er im Sitzen statt im Stehen geht und ob sich etwas schieben statt tragen lässt. Gemüse in einem Zug rüsten und einfrieren, den Bademantel statt des Abtrocknens.

Hilfsmittel und Anpassungen, die Energie sparen

  • Ein Hocker in Küche und Dusche verwandelt Stehzeit in Sitzzeit.
  • Leichte Pfannen, ein Wasserkocher mit kleinem Volumen, ein Rollwagen für den Weg zum Tisch.
  • Ein Gehstock, ein Rollator oder für den Ausflug ein Rollstuhl: Kein Aufgeben, sondern gesparte Energie für den Teil, auf den es Ihnen ankommt.
  • Am Arbeitsplatz: Bildschirmhöhe, Stuhl, kurze Wege zum Drucker, ein Ort für die Pause.

Welche Hilfsmittel im Haushalt sonst noch Arbeit abnehmen und wie die Finanzierung läuft, steht im Beitrag Hilfsmittel im Alltag. Wenn zusätzlich eine Hand betroffen ist, greifen dieselben Kniffe, die im Beitrag nach dem Schlaganfall beschrieben sind.

Warum wird bei Wärme plötzlich alles schlechter?

Das nennt sich Uhthoff-Phänomen. Bei höherer Körpertemperatur leiten geschädigte Nervenfasern schlechter, und schon rund ein halbes Grad kann genügen. Sehen und Gehen werden vorübergehend schlechter, die Erschöpfung nimmt zu. Nach dem Abkühlen bildet sich das zurück, in der Regel ist es kein Schub. Hält ein Symptom länger als 24 Stunden an, obwohl Sie abgekühlt sind, gehört es in die neurologische Sprechstunde.

Auslöser sind Hitze, heisses Duschen, Sauna, Fieber bei einem Infekt und körperliche Anstrengung. Feuchte Luft verschärft die Sache, weil der Körper sich über Schwitzen schlechter kühlt. Weil das Ganze zuverlässig zurückgeht, wird es auch Pseudoschub genannt.

  • Anstrengendes in die kühlen Tagesrandzeiten legen, im Sommer den frühen Vormittag nutzen.
  • Lauwarm statt heiss duschen, Sauna und heisse Bäder meiden.
  • Kalte Getränke bereithalten, kühle Umschläge an Nacken, Handgelenken und Unterarmen.
  • Kühlwesten, Kühlkrawatten und Kühlkissen vor dem heissen Tag vorbereiten und im Kühlschrank lagern.
  • Fieber ärztlich abklären lassen und Infekte ernst nehmen, weil sie dasselbe auslösen.

Hilft Bewegung gegen Fatigue oder kostet sie zusätzlich Kraft?

Bewegung hilft, wenn sie dosiert ist. In einer Zusammenfassung von über zwanzig randomisierten Studien senkte körperliche Aktivität über mindestens vier Wochen die Fatigue messbar. Der untersuchte Umfang lag bei rund 150 Minuten pro Woche, verteilt auf mehrere Tage. Die Vertrauenswürdigkeit der Belege reicht von sehr niedrig bis moderat.

Eine ältere Cochrane-Übersicht kam zum selben Bild und nannte die Einschränkungen deutlich: Die Stichproben waren klein, und Fatigue wurde häufig nur als Nebenzielkriterium uneinheitlich gemessen. Ausdauertraining, gemischtes Training sowie Yoga und Tai-Chi schnitten am besten ab. Bei der Schubrate zeigte sich kein Unterschied zwischen trainierenden und nicht trainierenden Gruppen.

Daraus folgen zwei Dinge für den Alltag. Training ist sicher und lohnt sich, aber es macht die Fatigue nicht weg, und es ersetzt die Einteilung des Tages nicht. Deshalb wird langsam gesteigert, weil eine zu schnelle Steigerung am nächsten Tag doppelt kostet.

  1. Mit einem Umfang beginnen, der sicher zu schaffen ist, notfalls fünf Minuten.
  2. Lieber kurz und mehrmals in der Woche als lang und einmal.
  3. Nur steigern, wenn der Folgetag unauffällig geblieben ist.
  4. In der Hitze die Belastung senken, kühl trinken und die Zeit verschieben.
  5. Nach zwei bis drei Wochen prüfen, was sich am Abend geändert hat.

Welche Rolle spielen Schlaf und Stimmung bei der Erschöpfung?

Eine grosse, und eine behandelbare. Gestörter Schlaf und gedrückte Stimmung verstärken die Erschöpfung, und die Erschöpfung verstärkt sie zurück. Deshalb gehört zur Abklärung der Fatigue immer die Frage nach dem Schlaf, nach der Stimmung, nach Schmerz und nach nächtlichem Harndrang.

Der Kreis schliesst sich schnell. Wer nachts mehrmals zur Toilette muss, schläft zerstückelt und ist am Morgen leer. Wer leer ist, streicht Termine und wird gedrückter. Wer gedrückt ist, bewegt sich weniger, und die Erschöpfung nimmt zu. An jeder dieser Stellen lässt sich eingreifen, und keine davon ist Charaktersache.

  • Nächtlicher Harndrang und Blasenprobleme sind behandelbar; sprechen Sie sie an, auch wenn es unangenehm ist.
  • Schmerz, Spastik und nächtliche Krämpfe zerstören Schlaf, ohne dass man morgens weiss, warum.
  • Eine Depression sieht der Fatigue ähnlich und braucht eine eigene Behandlung. Die Unterscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt, nicht ein Fragebogen im Internet.
  • Ein Mittagsschlaf von 20 bis 30 Minuten erholt viele, ohne die Nacht zu stören; deutlich längeres Schlafen am Tag tut es oft nicht.

Wenn zusätzlich das Denken schwer wird, Namen fehlen und der Faden reisst, spielt die Erschöpfung mit hinein. Wie sich Konzentration und Gedächtnis im Alltag stützen lassen, steht im Beitrag kognitives Training.

Wie lässt sich mit Fatigue weiterarbeiten?

In der Schweiz ist die Mehrheit der Menschen mit MS im erwerbsfähigen Alter erwerbstätig, Voll- oder Teilzeit. Fatigue ist dabei das Symptom, das die Arbeit am häufigsten beeinträchtigt, unabhängig von Verlaufsform und Schweregrad. Weil niemand sie sieht, wird sie am Arbeitsplatz leicht als fehlender Einsatz gedeutet, und dagegen hilft vor allem Erklären.

Was am Arbeitsplatz trägt, ist selten die grosse Lösung. Es sind die Verschiebungen, etwa die anspruchsvolle Aufgabe am Vormittag und ein Raum für zwanzig Minuten Ruhe. Homeoffice spart den Weg, verlangt aber, dass die Struktur des Tages selbst gesetzt wird.

  • Pensum und Arbeitszeiten anpassen, bevor gar nichts mehr geht. Eine Reduktion früh ist wirksamer als ein Ausfall spät.
  • Anspruchsvolle Arbeit in die kraftvollen Stunden legen, Routine in die schwachen.
  • Kurze Pausen fix im Kalender eintragen, sonst finden sie nicht statt.
  • Offen erklären, was Fatigue ist. Vorgesetzte reagieren auf eine Erklärung anders als auf eine Absage.
  • Bei drohendem Ausfall früh mit der Ärztin oder dem Arzt und der Invalidenversicherung sprechen; die Früherfassung ist dafür gedacht.

Wie ein gestufter Wiedereinstieg aufgebaut wird und wer dabei mitredet, steht im Beitrag Wiedereinstieg in die Arbeit. Ergotherapie kann die Arbeitssituation mit Ihnen durchgehen, Abläufe umstellen und die nötigen Anpassungen begründen.

Für Ergotherapie braucht es eine ärztliche Verordnung; abgerechnet wird über die zuständige Versicherung, und was über Franchise und Selbstbehalt bei Ihnen bleibt, sagt Ihnen die zuständige Versicherung. Behandelt wird in der Praxis in Thalwil oder als Behandlung zu Hause in Thalwil und den Nachbargemeinden, wenn die Verordnung das vorsieht. Termine und Ablauf finden Sie unter Termin vereinbaren.

Häufige Fragen

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Wir klären die Abrechnung mit dem zuständigen Versicherer. Rufen Sie an oder buchen Sie direkt einen Termin.

Worauf sich dieser Text stützt

  • Deutschsprachige Leitlinie zur Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, AWMF-Registernummer 030-050 (fremde Seite, öffnet in einem neuen Fenster), fortlaufend aktualisierte Fassung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Daraus stammt die Einordnung der Ergotherapie als Baustein der nicht medikamentösen Behandlung und die ausdrückliche Nennung von Schulungen zum Energiemanagement.
  • Informationen einer schweizerischen Patientenorganisation für MS (fremde Seite, öffnet in einem neuen Fenster) zu Fatigue und zur Energiemanagement-Schulung sowie die Publikationen zum zugrunde liegenden Schulungsprogramm. Daraus stammen die Häufigkeit von 75 bis 90 Prozent, die Beschreibung der Fatigue als anhaltender Mangel an Energie, der durch Schlaf nicht verschwindet, der Aufbau der Schulung über sechs Wochen mit sieben Themen und das Ergebnis, dass sich Teilnehmende bei unveränderter Fatigue im Alltag kompetenter erleben.
  • Systematische Übersichtsarbeiten zur Bewegungstherapie bei MS-bedingter Fatigue: Eine Cochrane-Übersicht sowie eine Metaanalyse von über zwanzig randomisierten Studien zu leitliniengerechter körperlicher Aktivität. Daraus stammen der Umfang von rund 150 Minuten pro Woche, die Mindestdauer von vier Wochen, die Angaben zu Trainingsformen und die Einstufung der Vertrauenswürdigkeit von sehr niedrig bis moderat.
  • Patienteninformationen von MS-Selbsthilfeorganisationen (fremde Seite, öffnet in einem neuen Fenster) zum Uhthoff-Phänomen. Daraus stammt die Angabe, dass bereits eine Erhöhung der Körpertemperatur um etwa ein halbes Grad die Erregungsleitung in geschädigten Nervenfasern verlangsamen oder blockieren kann und dass sich die Verschlechterung nach dem Abkühlen zurückbildet.
  • Informationsmaterial des schweizerischen MS-Registers (fremde Seite, öffnet in einem neuen Fenster) zu MS und Erwerbstätigkeit. Daraus stammt die Angabe, dass die Mehrheit der Betroffenen im erwerbsfähigen Alter voll- oder teilzeitlich erwerbstätig ist und dass Fatigue das häufigste die Arbeit beeinträchtigende Symptom ist.
  • Erfahrung aus der eigenen Praxis in Thalwil.

Redaktionell geprüft am · Therawil, Praxis für Ergotherapie in Thalwil

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